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Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg hat im Rahmen einer explorativen Studie untersucht, was Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 19 Jahren über die algorithmischen Sortierprozesse von Plattformen wissen. Teil dieser Studie war eine Online-Befragung auf der Website der Initiative Klickwinkel. Dazu wurde ein Online-Quiz entwickelt, welches die Kenntnisse von Schülerinnen und Schülern über die Funktionsweisen von Plattformen abfragt.

Unter www.klickwinkel.de/quiz konnten Schülerinnen und Schüler auf diese Weise spielerisch ihr Wissen über Algorithmen und Plattformen testen. Das Quiz beinhaltete zehn geschlossene Fragen. Acht Fragen bezogen sich auf die Funktionsweise der Plattformen Youtube, Facebook, Snapchat und Google. Zudem wurde je eine Frage zu den Themen „Fake News” und „Social Bots” formuliert.

Der Erhebungszeitraum erstreckte sich über ein ganzes Jahr, vom 07. August 2018 bis zum 19. September 2019. Bei dem Quiz mitgemacht haben insgesamt 516 Personen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die das Quiz frühzeitig abbrachen oder, die nicht zu der zu interessierenden Altersgruppe gehörten, wurden nicht berücksichtigt. Ausgewertet wurden die Daten von 141 Personen im Alter von 14 bis 19 Jahren.

Ergebnisse der Online-Befragung

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die befragten Jugendlichen eher wenige Kenntnisse über die Funktionsweisen von Plattformen haben. So hat die Mehrheit (80%) der Befragten bei dem Quiz nicht mehr als 4 Punkte erreicht, das heißt, höchstens vier Fragen richtig beantwortet. Bei der Datenauswertung zeigte sich, dass es einen Zusammenhang zwischen der Plattformnutzung einer Befragungsperson und deren korrekten Antwort zu der jeweiligen Plattform-Frage gibt. So deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die befragten Schülerinnen und Schüler die Funktionsweisen einer Plattform eher verstehen, wenn sie die Plattform auch nutzen.

Die explorative Untersuchung beinhaltete zudem eine vertiefende qualitative Untersuchung: So wurden Leitfaden-Interviews mit zwölf Schülerinnen und Schülern im Alter von 14 bis 19 Jahren geführt. Auch hier deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Befragten ein eher grobes Verständnis von den Funktionsweisen der Plattformen haben und dieses zu einigen Fehleinschätzungen führt. Insgesamt scheint den meisten Befragten dennoch bewusst zu sein, dass in den von ihnen genutzten Plattformen automatisiert Inhalte sortiert und gewichtet werden.

Die befragten Schülerinnen und Schüler konnten einige Kriterien der algorithmischen Sortierung benennen. Allerdings beschränkten sich die Kriterien auf die eigenen Interaktionen mit den Plattformen. Andere Signale, die ebenfalls eine Rolle in den Sortierprozessen spielen, aber weniger mit den Interaktionen eines/r Nutzers/in zu tun haben, wurden kaum benannt.