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Smartphone und Mikrofon

  • Das Wichtigste sind Mikrofon und Aufnahmegerät:
    • Dafür kannst Du einfach Dein Handy mit einer Audio-App benutzen.
    • Du kannst natürlich auch den Ton an Deinem Computer aufzeichnen oder ein spezielles Aufnahmegerät nehmen
  • Ein passendes Mikrofon hast Du vielleicht schon: Am Kabel eines Handy-Kopfhörers. Probiere aus, ob der Sound damit besser ist, als wenn Du nur das Handy nimmst.
  • Wenn Du ein extra Mikrofon hast, das Du an Dein Handy anschließen kannst, umso besser. Dafür benötigst Du aber einen passenden Anschluss am Gerät oder unter Umständen einen Adapter. Es gibt auch Bluetooth-Mikrofone.

Noch mehr Tipps und Tricks zum Aufzeichnen von Interviews per Videonanruf findet Ihr in unserem Überblick.

 

Störende Geräusche Atmosphäre aufnehmen

  • Aufnehmen am besten an einem leisen, windstillen Ort.
    • Ein Zimmer sollte nicht zu groß sein, sonst hallt es bei der Aufnahme.
    • Tür des Raumes schließen – und wenn’s länger dauert, ein Schild aufhängen.
      Tipp: Wenn möglich Handys vor dem Aufnahmen in Flugmodus schalten, damit es nicht klingelt.
  • Wenn Du Aufnahmen an unterschiedlichen Orten machst: Das hört man leicht – so wie man bei einem Video im Bild sieht, dass du an zwei unterschiedlichen Orten bist. Wenn das so sein soll – gut. Falls nicht, kann das beim Anhören irritieren. In so einem Fall am besten alles an einem Ort aufzeichnen.
  • Wenn es in Deinem Podcast um einen Ort geht, an dem eine bestimmte Geräusch-Atmosphäre herrscht (Hundebellen beim Spaziergang, Werkzeugklappern in der Werkstatt, Durchsagen am Bahnhof, der Sound eines Computerspiels), nimm diese Geräusche auch einzeln auf. Audio- Profis nennen das „Atmo“.

“Du musst mittendrin stehen und mit Worten Bilder erschaffen.“ Radio-Journalist und Podcaster Vassili Golod über spannende Reportagen zum Hören.

  • Du brauchst noch Geräusche? Bei Audiotorix  kannst Du welche zur freien Verwendung als MP3 herunterladen. Noch viel mehr Geräusche und Sounds bietet die Seite Hörspielbox , die im Gegenzug um Spenden bittet.

Podcast-Profis erzählen

Faszination Podcasting – auch in der Schule

Welche Technik brauche ich für einen eigenen Podcast? Was macht eine spannende Reportage zum Hören aus? Welche Dinge haben Schülerinnen und Schüler nach fast 100 selbst produzierten Podcast-Folgen gelernt? Und wie nimmt man in Corona-Zeiten ein Interview auf?

Der WDR-Journalist und Podcaster Vassili Golod sowie Schülerin Julia Trgovcevic und Lehrer Marco Fileccia vom Heinefunk aus Oberhausen erzählen von ihren Erfahrungen und geben Einsteiger:innen viele Tipps auf den Weg. Vassili Golod hat beim Schulradio angefangen und arbeitet nun beim ARD-Studio London. Sein Appell: „Macht’s einfach! Macht Podcasts! Und gerade Lehrerinnen und Lehrer: Startet AGs, weil das wirklich Großartiges bewegen kann und junge Menschen für ihr Leben prägen kann.“

Das Gespräch mit Fiete Stegers ist eine Aufzeichnung eines Webinars von Klickwinkel vom 09.12.2020 (38:39 min, Download MP3, 33 MB).

Welche Apps brauchst Du für die Podcast-Produktion?

  • Ob auf dem Smartphone oder auf dem Computer: Du braucht ein Programm, mit dem Du Töne aufnehmen, schneiden und in der gewünschten Form zusammenbauen kannst. In den App-Stores für Android und iOS gibt es eine große Auswahl, wenn Du zum Beispiel nach „MP3 schneiden“, „Audio Recorder“ oder „Audio Editor“ suchst.
    • Einige Programme sind kostenlos, andere haben integrierte Werbung oder in App-Käufe.
    • Wenn Du Musik, Sprache und Geräusche mischen willst, nutzt Du am besten ein Programm mit mehreren Tonspuren.
  • Willst Du auf einem Laptop oder Desktop-PC schneiden, ist Audacity eine bewährte Software. Audacity ist dank einer freien Lizenz gratis für alle wichtigen Betriebssysteme erhältlich. Natürlich kannst Du auch eine andere Software benutzen, zum Beispiel zur Musikproduktion.
  • Wenn Du bereits mit einer Videoschnitt-Software vertraut bist, kannst Du möglicherweise auch diese verwenden. Du arbeitest dann nur mit der Tonspur statt mit Ton und Bild (möglicherweise braucht die Software noch ein Standbild, damit es funktioniert).
  • Am Ende speicherst du den fertigen Track als MP3-Datei statt Video ab. Falls das Programm die Möglichkeit nicht bietet, exportierst Du ein Video. Dann kannst Du einen Online-Konverter nutzen, um das Video in eine Audio-Datei umzuwandeln.
  • Auf dem iPhone kannst Du auch mit der Standard-App „Sprachmemos“ Töne aufnehmen und über „In Dateien sichern“ exportieren. Mit der Video-App iMovie (Tutorial) kannst Du die Audio-Dateien dann importieren und bearbeiten. Du musst allerdings zunächst mindestens ein Bild importieren und kannst das Ergebnis nur als Videodatei speichern.
  • Auch auf Android-Geräten ist teilweise eine Audio-Rekorder-App installiert. Das hängt vom Hersteller ab. Die vorinstallierte App „Diktiergerät“ von Samsung hat sogar eine Einstellung namens „Interview“. Ist sie aktiviert, werden die eingebauten Mikrofone an beiden Seiten des Handys genutzt. Eine andere App ist zum Beispiel „Audio Recorder“ von Sony. Danach kannst Du die Aufnahmen mit einer Audioschnitt-Software oder der von uns empfohlenen Video-App Kinemaster (Tutorial) bearbeiten.
  • Für iOS gibt es zum Beispiel die Audio-App Ferrite. Du kannst damit Audio aufnehmen und schneiden. In der kostenlosen Basis-Version bietet die App allerdings nur eine Tonspur, auf der Du Deine Audio-Clips hintereinander zuschneiden und anordnen kannst.
  • Die kostenpflichtige App Audio Evolution Mobile (Android, iOS) kann zum Aufzeichnen und Schneiden benutzt werden. Sie hat sehr viele Funktionen, die Test-Version eignet sich allerdings wirklich nur zum kurzen Ausprobieren.
  • Auch komplexe Apps zur Musikproduktion mit mehreren Spuren eignen sich zum Produzieren eines Podcasts.

Hintergrund

Was ist ein Podcast?

Podcast heißt eigentlich mehr als nur eine Audio-Datei zu produzieren. Podcasts bestehen aus mehreren Episoden, die mehr oder weniger regelmäßig veröffentlicht werden und von den Nutzern abonniert werden können. Themen, Längen und Style können sehr verschieden sein: Von Comedy-Folgen über nüchterne Radio-Nachrichten zum Herunterladen über reine „Laber-Podcasts“ bis hin zu solchen, die sich abgefahrenen Spezialthemen widmen. Im Internet findest du zahlreiche Anleitungen, wie Du selbst produzierte Podcasts so veröffentlichen kannst, dass sie abonniert werden können.

Wie kann der Podcast aufgebaut sein?

  • Mach Dir Gedanken über den Ablauf und lege eine grobe Reihenfolge fest:
    • Welche Themen sollen angesprochen werden? Und in welcher Reihenfolge?
    • Welche Fakten müssen unbedingt erwähnt, welche Fragen gestellt werden?
  • Viele Podcasts beginnen mit einer einführenden Moderation ins Thema und einer Intro-Musik.
Vassili Golod und Marco Fileccia: Podcast-Intro ist wichtig

„Ein cooles Soundelement zieht einen rein“: Die Podcaster Vassili Golod und Marco Fileccia („Heinefunk“) über wiederkehrende Jingles, Heimatgefühle für Hörer – und das Urheberrecht.

  • Optimal ist, wenn der Podcast nicht nur ein gesprochener Text ist, sondern die Ohren Abwechslung geboten bekommen: durch Interviews, Soundeffekte, aufgenommene Geräusche oder verschiedene Sprecherstimmen.
  • Wenn Ihr ein Team aus mehreren Leuten seid, könnt Ihr Euch vor dem Mikrofon abwechseln. Am besten mit klar verteilten Rollen:
    • Person A ist der Moderator und stellt im Gespräch Fragen an Person B, die sich mit dem Thema am besten auskennt
    • Zwei verschiedene Positionen: Person A ist begeistert von einer Sache und stellt die Vorteile heraus. Person B ist skeptisch und weist auf kritische Punkte hin.
    • Person A führt durch den Podcast. Die Stimme von Person B wird für bestimmte inhaltliche Abschnitte benutzt. Sie präsentiert: „Die zehn wichtigsten Fakten zum Thema“ oder verkörpert Personen, die Ihr selbst nicht interviewt habt. So kann man gleich hören, wenn etwas Neues beginnt.

Ein paar wichtige rechtliche Hinweise:

  • Wenn Du jemanden aufnimmst, brauchst du (wie bei einem Video) die Erlaubnis dazu – auch ohne Bild. Wenn Du die Aufnahmen veröffentlichen willst (zum Beispiel auf einer Social-Media- Plattform oder sie bei einem Wettbewerb einreichen), musst Du dafür die Person um Erlaubnis fragen.
  • Wenn Dein Podcast veröffentlicht wird, kannst du nicht einfach Musik einbauen, sondern musst auf die Musikrechte achten (unter anderem, weil Künstler mit ihrer Musik Geld verdienen wollen).
    • Das ist leider nicht ganz einfach – im Gegenteil. Wenn du Musik oder Soundeffekte verwenden willst, nutze solche, die ausdrücklich zur Benutzung freigegeben sind. Dafür gibt es spezielle Datenbanken im Netz.
    • Wenn Du willst, kannst du natürlich auch selbst Musik machen. Oder zumindest Ton-Effekte und Geräusche – digital oder ganz oldschool analog.

Zum Herunterladen

Diese Checkliste als PDF-Dokument:

Zum Herunterladen

Aufzeichnung eines Klickwinkel-Webinars (38:39 min, 33 MB).

Weitere Informationen

Diese Recherche-Checkliste hilft Euch beim Formulieren Eurer Fragen. Wie Ihr hinterher beim Schnitt auf der Tonspur lange Interwiew-Antworten knackig kürzen oder anderen Bildern unterlegen könnten, erfahrt Ihr hier.

7 Wege, wie Ihr Interviews mit Abstand führen und zum Beispiele Videoanrufe aufnehmen könnt, verrät unser Überblick.

Audio aufnehmen und schneiden: Tutorial-Video des Schweizer Journalisten Tobias Gassner.

Das Radio ABC von So geht Medien (ARD, ZDF, Deutschlandfunk) erklärt wichtige Audio-Begriffe von A wie Atmo über M wie Moderation bis U wie Umfrage. Natürlich mit Hörbeispielen.

So solltest Du im Interview Deine Fragen nicht stellen: So geht Medien zeigt mit einem schönen Hörbeispiel, was man alles falsch machen kann – und erklärt, wie es besser geht.

Von der Idee bis zum Schnitt in 2 Minuten: Podcaster Christian aus Mainz erklärt in diesem Video bei ZDF Logo, wie man ganz einfach selbst einen Podcast produzieren kann.