Engagiert aber allein

Umfrage: Fake News sollen Schulthema sein

Welche Risiken sehen Jugendliche durch „Fake News” und „Hate Speech”? Wie souverän und kritisch bewegen sie sich im Netz? Diesen Fragen ist eine Studie der Vodafone Stiftung für die Initiative Klickwinkel nachgegangen.

Für die Studie wurden 664 junge Leute zwischen 14- und 24 Jahren repräsentativ befragt.

Die wichtigsten Ergebnisse:

Jugendliche in Deutschland werden mit ihren Fragen zu Desinformation und Hasskommentaren im Netz alleine gelassen:

Rund die Hälfte der 14- bis 24-Jährigen in Deutschland berichtet, mindestens einmal die Woche in den sozialen Medien auf Falschnachrichten zu stoßen; fast ein Fünftel sogar täglich. In der Schule wird der Umgang mit Falschnachrichten und Hasskommentaren jedoch kaum thematisiert, dabei wünschen sich drei Viertel der Schülerinnen und Schüler mehr Aufklärung hierzu im Unterricht. Da sie auch ihre Eltern nicht befragen können, recherchieren die Meisten ihre Fragen zu Social Media allein im Netz.

Junge Menschen sorgen sich um den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Knapp die Hälfte sagt, sie engagiere sich gegen Hass und Falschnachrichten im Netz:

Zwei Drittel der jungen Menschen in Deutschland glaubt, dass die Verbreitung von Falschnachrichten den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland gefährdet. Junge Menschen in Deutschland sehen mehrheitlich (58 Prozent) die Betreiber von Social Media-Plattformen in der Pflicht, aktiv gegen „Fake News” vorzugehen. Fast die Hälfte (46 Prozent) findet, die Medien müssen hier aktiv werden; ein Drittel (33 Prozent) möchte, dass die Bundesregierung handelt. 45 Prozent sind aber auch der Meinung, dass sie selbst, also die Bürgerinnen und Bürger, verpflichtet sind, Falschnachrichten zu bekämpfen.

Knapp die Hälfte (47 Prozent) geht aktiv gegen Falschnachrichten oder Hasskommentare vor, die über Freunde in den sozialen Medien verbreitet werden. Immerhin ein Viertel (26 Prozent) hat schon einmal Falschnachrichten bei den Betreibern sozialer Medien gemeldet. Auch hier werden junge Menschen jedoch oft alleine gelassen: Denn mehr als die Hälfte dieser Beschwerden (56 Prozent) blieb erfolglos oder wurde erst sehr spät bearbeitet.

Jugendliche sehen soziale Medien als Chance für den Dialog mit der Politik:

WhatsApp, Instagram & Co werden von jungen Menschen nicht nur genutzt, um sich mit Freunden auszutauschen und Stars zu folgen, sondern auch um sich politisch zu informieren und mit politischen Entscheidungsträgern direkt in Kontakt zu treten. Fast 40 Prozent der Befragten fühlt sich durch Politikerinnen und Politiker, die in den sozialen Medien aktiv sind, motiviert, sich weiter über politische Themen zu informieren. Jeder Dritte (35 Prozent) kann sich vorstellen, politische Entscheidungsträger bei Fragen über soziale Medien direkt anzusprechen.

Damit Jugendliche mit Digitalpolitikern direkt ins Gespräch kommen, veranstaltete die Vodafone Stiftung Deutschland am 10. Oktober 2018 die erste Digitale Jugendpressekonferenz. Die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, der SPD-Bundestagsabgeordnete Falko Mohrs, die grüne Europaabgeordnete Terry Reintke und die Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Ria Schröder, stellten sich den Fragen von Jugendlichen zum Thema digitale Kommunikation. Die Politikerinnen und Politiker riefen dazu auf, die Stimmen junger Menschen ernst zu nehmen und die Vermittlung von Medienkompetenz an Schulen zu stärken.

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Material
Die Info-Grafiken der Studie.
„Engagiert aber allein” Die Studie zum Herunterladen.

Weitere Informationen

„Jugendliche wollen mehr Aufklärung zu Fake News und Hassrede im Netz” Die Pressemitteilung zur Studie.