Folge oder schreibe uns

Dein Ergebnis

Congrats, Du bist ein Social-Media-Checker!

Dich kann im Netz kaum jemand täuschen!

Du hast gecheckt, dass Facebook, YouTube und Co. Deine Feeds personalisieren. Und Du weißt, dass Algorithmen dafür den ganzen Content für Dich sortieren und filtern. Aber weißt Du auch wirklich, wie die Plattform-Algorithmen das machen? Scrolle einfach nach unten – dann erfährst ja vielleicht selbst Du noch ein paar mehr Infos.

Was Dich auf jeden Fall noch schlauer machen würde: zu wissen, wie man zum Beispiel Fake-Videos überprüft. Hier gibt’s Tutorials, in denen Du Tricks fürs Fact-Checking lernst.

Kurz erklärt

Was sind Algorithmen – und was machen die?

Algorithmen sind Computerprogramme, die festlegen, wie ein Computer ein bestimmtes Problem lösen soll. Bei sozialen Netzwerken lautet das Problem meist: aus der Masse von Inhalten jedem einzelnen Nutzer nur die Inhalte anzuzeigen, die für ihn/sie wichtig sein und ihm/ihr gefallen könnten.

Wie das bei YouTube, Snap, Facebook & Co. funktioniert, verraten wir Dir hier.

Quiz-Auflösung

Die Antworten im Detail

Antwort zu Frage 1–2 YOUTUBE:

Warum Dir Googles Videoportal YouTube immer wieder neue Videos vorschlägt:

Auf Deinem Startseitenfeed erscheinen neben neuen Clips und Videos von abonnierten Kanälen, vor allem für Dich personalisierte Videoinhalte. Welche von den Milliarden von Videos Dir hier angezeigt werden, entscheiden YouTubes Algorithmen.

Diese werten dafür Deinen Wiedergabe- und Suchverlauf aus: Welche Videos und Kanäle hast Du Dir in der Vergangenheit angesehen und welche nicht? Wie häufig und wie lange hast Du sie Dir angesehen? Wie oft schaust Du Videos zu einem bestimmten Thema?

Auch wird ausgewertet, wo Du Dich aufhältst, was für ein Gerät Du nutzt, welches Geschlecht und Alter Du hast. Zudem berechnen die Algorithmen, ob ein Video für viel Interaktion (z.B. Kommentare) gesorgt hat und ob es andere Nutzer mit einem ähnlichen Profil geguckt haben.

So sollen Dir Videos angezeigt werden, von denen YouTube glaubt, dass sie Dir eher gefallen könnten. Denn YouTube will, dass Du möglichst lange und möglichst viele Videos guckst – mit dem Ziel, Dich auf der Plattform zu behalten.

Du willst mehr darüber erfahren, wie YouTube das Videomaterial für die Nutzer filtert?

Hier erklärt YouTube in einem Video, wie sein Algorithmus funktioniert. Tipp: Aktiviere die deutschen Untertitel.

Hier erklärt YouTube ausführlich, wie sein System funktioniert.

Antwort zu Frage 3–4 YOUTUBE:

Nix chronologisch – wie Dir Facebook Deinen Newsfeed wirklich anzeigt:

Bei Facebook entscheidet der Ranking-Algorithmus darüber, welche Beiträge Dir in Deinem personalisierten Newsfeed angezeigt werden. Dabei bewertet er jeden einzelnen Beitrag nach seiner Relevanz für Dich. Das heißt, er sortiert und filtert die Inhalte so, dass Du die Beiträge siehst, von denen Facebook glaubt, dass sie für Dich wichtig sein und zu mehr Kommunikation sowie mehr Beziehungen führen könnten.

Welche Beiträge weiter oben erscheinen, wird nicht allein von Deinen Verbindungen (Freunde, „Gefällt mir“-Angaben usw.) beeinflusst, sondern auch von Deinen Interaktionen mit diesen und Deinen Aktivitäten auf Facebook insgesamt: Welche Beiträge haben Dir gefallen? Welche hast Du kommentiert, geteilt, angeklickt und gelesen?

Viele weitere Punkte spielen eine Rolle: Mit welchen Beiträgen haben Deine Freunde interagiert? Welche Uhrzeit ist gerade? Welches Gerät nutzt Du? Wie schnell ist Deine Internetverbindung? Bist Du mit einem WLAN verbunden, werden Dir zum Beispiel eher Videos angezeigt.

Die Beitragsart ist wichtig: So funktionieren Fotos und Videos besser als ein Textbeitrag. Facebook betrachtet auch das Verhalten ihrer Nutzer weltweit und zeigt Dir Beiträge an, die besonders beliebt sind, also viele Kommentare und Reaktionen hervorrufen. Je mehr Aufmerksamkeit ein Beitrag hervorruft, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser in Deinem Newsfeed auftaucht.

Du willst mehr darüber erfahren, wie sich Dein Newsfeed zusammensetzt?

Hier erklärt Facebook in einem Video, wie der Ranking-Algorithmus funktioniert. Tipp: Aktiviere die deutschen Untertitel.

Antwort zu Frage 5–6 SNAPCHAT:

Warum Du bei Snap auch Storys von Accounts siehst, denen Du gar nicht folgst:

Bei Snapchat gibt es zwei voneinander getrennte personalisierte Feeds.

Im „privaten“ Feed wertet der Algorithmus aus, mit welchen Freunden Du viel interagierst, also mit wem Du zum Beispiel regelmäßig chattest oder wem Du oft Snaps schickst. Deren Storys und Chats tauchen an oberer Stelle im Feed auf, danach folgen die Storys Deiner restlichen Freunde, sortiert nach Aktualität.

Im „Entdecken“-Feed gibt es Storys von Medienmarken und Influencern sowie beliebte Storys aus der Snap-Map und von Nutzern, die ihre Snaps öffentlich machen. Alle Inhalte werden vorher von Snap-Kuratoren überprüft und genehmigt. Zudem stellt Snapchat eigene Storys zusammen – von Ereignissen, Feiertagen oder zu beliebten Suchbegriffen.

Der Algorithmus personalisiert Deinen „Entdecken“-Feed, indem er Deine vorherigen Aktivitäten auswertet: Welche Storys hast Du Dir angesehen und welche weggeswipt? Welchen Accounts folgst Du? Daraus ableitend sortiert und filtert er: Ganz oben im Feed stehen Deine Abos, gefolgt von Storys, die Dich interessieren könnten. Dadurch sollst Du Storys entdecken, ohne die Accounts abonniert zu haben. So will Dich Snapchat dazu bringen, länger auf der App zu bleiben – und somit mehr Werbung zu sehen.

Tipp: Bei Snap kannst Du den Algorithmus auch „trainieren“: Wenn Du eine Story (nicht einzelne Snaps!) im „Entdecken“-Feed gedrückt hältst, kannst Du „Zeig mir davon weniger“ wählen.

Hier erklärt Snapchat in einem Video, wie der personalisierte „Entdecken“-Feed funktioniert.

Antwort zu Frage 7–8 GOOGLE:

Warum Google mehr über Dich weiß, als Du denkst:

Wenn Du in der Google-Suche eine Suchanfrage eingibst, entscheiden Algorithmen darüber, welche Suchtreffer Dir auf der Ergebnisseite angezeigt werden und in welcher Reihenfolge.

Die Entscheidung, welche der unzähligen Internetseiten für Deine Anfrage das beste Ergebnis sein könnten, treffen sie anhand von mehr als 200 Faktoren. Dazu gehören vor allem die Inhalte der Seiten: Welche Stichworte kommen vor? Wie viele andere Websites verlinken auf diese? Wie aktuell ist der Inhalt einer Website?

Damit Du die Treffer erhältst, von denen Google glaubt, dass sie für Dich besonders wichtig sind, spielt auch eine Rolle, was Google über Dich weiß: Welche Suchbegriffe hast Du eingegeben und welche Websites besucht? Aus welchem Land oder welcher Stadt kommt Deine Anfrage?

Derselbe Suchbegriff kann also bei Nutzern zu unterschiedlichen Suchergebnissen führen.

Bei Google erhältst Du auch personalisierte Werbeanzeigen: Wenn Deine Suchanfrage zum Beispiel darauf schließen lässt, dass Du ein Produkt suchst, zeigt Dir Google ganz oben in der Trefferliste Ergebnisse von Anbietern für Deine Anfrage an.

Hier kannst Du übrigens die personalisierte Werbung bei Google und im Web deaktivieren.

Antwort zu Frage 9 SOCIAL BOTS:

Oha – so manipulativ können Social Bots sein:

Social Bots sind Computerprogramme, die automatisiert Inhalte in sozialen Medien erstellen und verbreiten. Manche können auch mit anderen Nutzern interagieren und zum Beispiel auf Kommentare antworten. Sie geben dabei vor, „echte“ Nutzer zu sein.

Social Bots können die Trends auf den Plattformen manipulieren, indem sie dort wiederholt bestimmte Hashtags verwenden oder Postings teilen. Ein Bot kann auch zu einer ganzen Armee von Bots ausgebaut werden: zu einem sogenannten Botnetz. Das kann den Eindruck erwecken, dass massenhaft Leute einer bestimmten Meinung im Netz sind und damit die öffentliche Diskussion aufheizen oder beeinflussen.

Zunehmend werden Social Bots daher zu politischen Zwecken eingesetzt oder um Falschinformationen („Fake News“) zu verbreiten, zum Beispiel bei Wahlen.

Hier erklären wir Dir, warum „Fake News“ auf sozialen Medien so gut funktionieren.

Antwort zu Frage 10 „FAKE NEWS“:

So reißerisch, emotional und krass sind „Fake News“:

„Fake News“ sind absichtlich produzierte Falschmeldungen, die gezielt in sozialen Medien verbreitet werden. Diese frei erfundenen oder gefälschten Meldungen werden oft mit reißerischen und emotional geladenen Überschriften und Teasern versehen, um mehr Aufmerksamkeit bei den Nutzern zu erregen.

Während des US-Wahlkampfs 2016 wurden viele Websites mit „Fake News“ betrieben, weil man mit den Klicks dafür Geld über Anzeigen verdienen konnte. Vor allem Facebook ist in der Kritik, Durch seinen Ranking-Algorithmus „Fake News“ zu ihrer Verbreitung verholfen zu haben. Denn gerade Facebook bietet finanzielle Anreize: Ein Beitrag, der Nutzerinteraktion fördert, wird mehr Leuten im Newsfeed angezeigt – die dann wohlmöglich auf die eigene Website klicken.

Auch Politiker, Parteien oder Regierungen können hinter der Verbreitung von „Fake News“ stecken. Dann spricht man von Propaganda: Die öffentliche Meinung soll durch falsche und irreführende Informationen (Desinformation) beeinflusst werden. Inzwischen wird „Fake News“ auch als Kampfbegriff benutzt, indem Politiker anderen vorwerfen, Falschinformationen zu verbreiten.

Erfahre hier, wie Du „Fake News“ sowie manipulierte Videos und Fotos, Memes und andere Fakes entlarven kannst.

Und alles gecheckt?

Fassen wir noch mal zusammen:

  • Damit Du im Netz die Infos findest, die für Dich am ehesten interessant und wichtig sind, werden auf vielen Plattformen die Inhalte für Dich algorithmisch sortiert und gefiltert.
  • Das ist erst einmal gut, denn ohne diese Info-Filter würdest Du auf manchen Plattformen vermutlich nur schwer mit der Fülle an Infos zurechtkommen. Auch die personalisierte Filterung hat einen Vorteil: Du bekommst mit höherer Wahrscheinlichkeit das angezeigt, was Dich interessiert.

Wo ist also das Problem?

  • Wenn Du immer nur das zu sehen bekommst, was Dich zufriedenstellt und ohnehin Deinem Weltbild entspricht, bekommst Du kaum mit, was Leute mit anderen Interessen und Meinungen teilen. Das ist ziemlich einseitig.
  • Um sich eine Meinung zu bilden, ist es wichtig, sich mit unterschiedlichen Ansichten auseinanderzusetzen. Das wird umso wichtiger, wenn Du politische Entscheidungen zu treffen hast – und bald zum Beispiel an Deiner ersten Wahl teilnimmst.

Aha. Könnt ihr trotzdem mal ein Beispiel geben?

  • Stell Dir vor, Du bist ein Kim-Kardashian-Fan. Du schaust Dir immer ihre Snaps an und suchst nach Storys, in denen sie vorkommt. Auch auf Insta folgst Du ihr, likst und kommentierst ihre Fotos und folgst anderen Kim-K-Fan-Accounts usw.
  • Auf diesen Plattformen wird Dir deswegen immer mehr Kim-Content angezeigt sowie vieles, was sich andere Kim-Fans wie Du gerne anschauen. Unwahrscheinlich ist hingegen, dass Du deswegen von nun an viele Posts von Queen Elizabeth oder etwa von Angela Merkel zu sehen bekommst. Dabei wäre das für Dich vielleicht auch interessant.
  • Das Beispiel ist harmlos. Aber was ist, wenn jemand fälschlicherweise denkt, die Erde sei flach? Oder der Meinung ist, es habe den Holocaust nie gegeben? Oder sich mit rassistischen Inhalten befasst? Die Algorithmen werden da nicht über „wahr oder falsch“ urteilen (können), weil sie bisher darauf ausgerichtet sind, nach ganz anderen Faktoren zu sortieren und zu filtern: Dann erklären wir Dir hier, wie Du Fakten im Netz überprüfen kannst.